Inkontinenz: Medikamente und Wirkstoffe

Bei einer Inkontinenz kann dem Patienten therapeutisch, medikamentös oder operativ geholfen werden. Bevor es zu einer Operation kommt, sollten alle alternativen Möglichkeiten ausgeschöpft sein.

Die Belastungsinkontinenz kann z.B. mit Medikamenten behandelt werden, die gezielt den Harnröhrenschließmuskel stärken und auf diese Weise gegen einen unwillkürlichen Harnverlust wirken.

Bei der medikamentösen Behandlung werden häufig niedrig dosierte Östrogene, als Salbe oder als Tabletten, verordnet. Mit ihnen wird das Gewebe des Beckenbodens versorgt und gestärkt.
Östrogene bewirken eine bessere Durchblutung und eine ebenfalls verbesserte Reaktion der Muskeln, die sich nahe der Harnröhre befinden. Dadurch wird die Blasenentleerung besser kontrollierbar.

Antibiotika werden gegen Blasenentzündungen eingesetzt und müssen vom Arzt verschrieben werden. Meist muss das Medikament auf drei oder fünf aufeinander folgende Tage, pünktlich, eingenommen werden.

Das Medikament Duloxetin hat eine antidepressive Wirkung, lindert psychische Beschwerden und nimmt auch Einfluss auf körperliche Krankheitssymptome. Unter Aufsicht und Anweisung eines Arztes ist mit dem Medikament Duloxetin die Behandlung einer Belastungsinkontinenz möglich.

Es gibt eine recht große Anzahl an Medikamenten, die gegen eine Inkontinenz eingesetzt werden können. Allerdings sind in den Mitteln viele verschiedene Substanzen enthalten, die nicht nur auf die Inkontinenzbeschwerden, sondern auch auf andere Körperbereiche einwirken. Deshalb ist eine individuelle Beratung bei einem Facharzt unbedingt erforderlich.

Zur Therapie einer Dranginkontinenz wird der Wirkstoff Anticholinergika eingesetzt. Er verhindert eine unwillkürliche Kontraktion der Blasenmuskulatur und hilft, den Urinverlust stark zu vermindern.

Ob ein Präparat wirklich hilft, kann meistens erst nach 4- 8 Wochen festgestellt werden. Bis dahin ist ein Durchhalten der Therapie sehr wichtig. Der häufigste und recht unangenehme Nebeneffekt ist die Mundtrockenheit. Erleichterung verschafft das Kaugummikauen oder das Lutschen saurer Zitronenbonbons, da beides den Speichenfluss stark anregt. Bei leichten Formen der Inkontinenz wird gern ein pflanzliches Mittel auf Basis von Kürbissamenextrakten eingesetzt.

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