Stuhlinkontinenz
Wer unter einer Stuhlinkontinenz leidet, ist nicht mehr in der Lage, Stuhlgang oder Winde zurückzuhalten. Betroffen von dieser Erkrankung sind Menschen in jedem Alter, obwohl ältere Menschen häufiger darunter zu leiden haben. In Deutschland wird die Zahl der betroffenen Personen auf ca. 800 000 geschätzt. Die psychische Belastung ist sehr groß, denn die Lebensqualität und das Wohlbefinden werden stark eingeschränkt.
Damit der Verdauungstrakt im Organismus geschlossen werden kann, werden ein innerer und ein äußerer Schließmuskel benötigt. Der innere Schließmuskel ist immer angespannt und gibt nur nach, wenn eine Stuhlentleerung eingeleitet werden soll. Der äußere Schließmuskel wird dagegen angespannt, wenn ein verstärkter Stuhlgang (z.B. Durchfall) ansteht. Aus unterschiedlichen Gründen können die Schließmuskeln ihre Spannkraft einschränken oder ganz verlieren, und es kommt zu einer Stuhlinkontinenz.
Die Ursachen sind sehr vielfältig und häufig müssen unterschiedliche Faktoren zusammentreffen, um die Inkontinenz auszulösen. Auch gibt es verschiedene Formen wie z. B. die neurogene Stuhlinkontinenz, die bei Schlaganfall- Patienten auftreten kann, ebenso bei einer Tumor- und Demenzerkrankung. Oder es handelt sich um die sensorische, muskuläre oder psychorganische Stuhlinkontinenz.
Auslöser für die Erkrankung kann z.B. die mit zunehmendem Alter nachlassende Muskelkraft sein oder das Nachlassen der Beckenbodenspannung. Es kann auch vorkommen, dass der Schließmuskel bei der Entbindung durchtrennt oder verletzt wurde. Ein Dammriss bei der Geburt, Entzündungen, die durch Hämorrhoiden entstehen, Fisteln und Abzesse, Infektionen oder auch Operationen, die in Afternähe durchgeführt werden mussten, sowie Erkrankungen des Enddarms, können mit zu den auslösenden Faktoren gehören.
Bei der Behandlung ist es wichtig, die Grunderkrankung zu erkennen um dann, wenn möglich, als erstes konservative und anschließend medikamentöse Behandlungsmethoden einzusetzen. Sind diese nicht erfolgreich, werden operative Eingriffe in Erwägung gezogen.
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